Vizekapitäne

THOMAS ENQVIST

Patrick McEnroe

March 13, 1974

Geboren

July 1, 1966
Stockholm, Sweden

Geburtsort

Manhasset, NY, United States
Sweden

Nationalität

USA
Spielhand - rechts (beidhändige Rückhand)

Spielhand

Spielhand - rechts (beidhändige Rückhand)
1991

Profi Seit

1988
2005

Rücktritt

1998
4

Höchste Platzierung

28

THOMAS ENQVIST Grand-Slam-Einzeltitel

Australian Open: Final 1999
Roland Garros: 4. Runde 2001
Wimbledon: Viertelfinal 2001
US Open: 4. Runde 1993, 1996, 2000

Patrick McEnroe Grand-Slam-Einzeltitel

Australian Open: Halbfinal 1991
Roland Garros: 3. Runde 1991
Wimbledon: 2. Runde 1991, 1992, 1995
US Open: Viertelfinal 1995

THOMAS ENQVIST Teamrekorde

Davis-Cup-Titel: 2 (1997, 1998)

Patrick McEnroe Teamrekorde

Davis-Cup-Titel: 1 (2007, Captain)

THOMAS ENQVIST

In Schweden, einem Land mit grosser Tennisvergangenheit, gibt es viele erfolgreiche Spieler, die einen Teenager aus Stockholm für den Sport begeistern könnten. Aber als Thomas Enqvist 2015 nach seinem Kindheitsidol gefragt wurde, fiel nur ein Name.

«Björn Borg. Er ist mein Superheld», war die Antwort. «Er ist der Grund, dass ich Tennis spielen wollte. Es war Zeit meines Lebens mein grösstes Vorbild.»

Die Synergie könnte nicht besser zum Ausdruck kommen als im Laver Cup, wo Enqvist an der Seite seines Idols als Vizekapitän von Team Europe amtet. Mit einem ebenfalls beeindruckenden Palmarès ist der jüngere Schwede ein bestens ausgewiesener Vize.

Das mittlere Kind eines Ingenieurs, Folke, und einer Ökonomin, Birgitta, wurde 1991 die Nr. 1 der Junioren, nachdem er die Junioren-Grand-Slam-Turniere in Melbourne und Wimbledon gewonnen hatte und zweimal Zweiter bei den Junioren in Roland Garros wurde.

Auch er war ein cooler Schwede, der seine Gegner mit eleganten, kraftvollen Grundlinienschlägen entwaffnen konnte, und avancierte schnell zum Profispieler. In seinem Grand-Slam-Debüt als Profi, am Australian Open 1992, besiegte er seinen besser klassierten Landsmann Magnus Larsson, und am US Open in 1993 schlug der 19-Jährige Andre Agassi bei dessen Debüt in Flushing Meadow und schaffte es unter die letzten 16.

Enqvist wurde innert zwei Jahren zum Top-10-Spieler mit Turniersiegen in Auckland, Philadelphia, Stockholm, Pinehurst und Indianapolis. 1995, als er die Saison als Nr. 60 der Weltrangliste begann, erkoren ihn seine ATP-Kollegen zum «Spieler mit den grössten Fortschritten».

Enqvist erreichte in jedem Grand-Slam-Turnier mindestens die 4. Runde und erlebte seinen Höhepunkt, als er 1999 am Australian Open Patrick Rafter und Mark Philippoussis aus dem Turnier warf und Zweiter wurde.

Der Finaleinzug in Melbourne beflügelte ihn so sehr, dass er in der Folge in Adelaide, Stuttgart und Stockholm gewann und sein bestes ATP-Ranking (Nr. 4) erzielte.

Einen grossen Teil seiner Karriere bestritt er als schwedische Nr. 1 und gewann zwischen 1995 und 2000 jedes Jahr mindestens einen Titel. Mit 19 Einzeltiteln insgesamt triumphierte er auf allen Belägen ausser Rasen. Seine grössten Erfolge feierte er als Sieger bei den ATP-Masters-1000-Turnieren in Paris, Stuttgart und Cincinnati.

Er war im schwedischen Team, das 1997 und 1998 den Davis Cup gewann, und auch im Davis-Cup-Team, das 1996 nur von Frankreich geschlagen wurde.

41

DIE ZAHLEN SPRECHEN FÜR SICH

Die Top-10-Siege von Enqvist in seiner steilen Karriere: Der erste kam 1995 gegen die Weltnummer 2 Andre Agassi; der 41. gegen Andy Roddick, der damals (2004) ebenfalls die Nummer 2 war.

IN ENQVISTS WORTEN

«Es war unbeschreiblich, mit meinem Idol und mittlerweile gutem Freund Björn Borg für den ersten Laver Cup tätig zu sein. Nur schon dabei zu sein bei der Premiere dieses Anlasses und einige der besten Spieler in der Geschichte des Tennis in Aktion zu sehen war das reinste Vergnügen und ein wunderbares Erlebnis.»

«Es mag einfach ausgesehen haben, ist es aber nicht. Der Laver Cup ist ein grosser internationaler Anlass, und das macht es besonders schwierig, vor allem weil die Spiele kurz waren und das Punkteverhältnis laufend wechselte – die Dinge entwickeln sich rasend schnell.»

«Der Laver Cup feiert das Tennisspiel als solches und auch vergangene Tennishelden. Es ist ein Dank an die Spieler, die vor uns spielten. Tennis ist heute eine der internationalsten und populärsten Sportarten, und es sind die Spieler der Vergangenheit, die dem Sport alles opferten, die das möglich machten. Man darf das nicht vergessen.»

PATRICK MCENROE

Die meisten Tenniskoryphäen können einen namhaften Vorgänger nennen, der ihre Profikarriere nachhaltig beeinflusste. Aber nur wenige hatten einen solch direkten Kontakt zu ihrem Idol wie Patrick McEnroe.

Inspiriert von seinem sieben Jahre älteren Bruder John griff Patrick schon mit drei Jahren zum Tennisschläger und spielte sein erstes Turnier mit sechs. Wie schon sein Bruder verfeinerte auch Patrick sein Spiel an der Port Washington Tennis Academy in New York. Ein erster Meilenstein auf Patricks Weg zur Profikarriere kam 1984, als er und John den Doppel-Titel in Richmond, Virginia holten.

Den weiteren Weg beging Patrick allerdings unabhängig von John. Er war ein exzellenter Junior und gewann mit Landsmann Luke Jensen 1985 den Junioren-Doppel-Titel in Roland Garros, bevor er sich für eine Universitätsausbildung mit Tennis entschied. Er studierte Politikwissenschaft an der Stanford University und verhalf dem Uni-Tennisteam 1986 mit drei von vier Einzel-Siegen und zwei Doppel-Siegen zum begehrten NCAA-Titel. Auch in seinem Abschlussjahr 1988 holte sich das Team den Titel.

Ein Jahr später wurde Patrick zum Grand-Slam-Champion, als er mit Jim Grabb das Doppelturnier in Roland Garros gewann.

Im Gegensatz zu seinem Bruder war Patrick auf dem Platz ruhig und gelassen. Er sagt: «Ich war schon als Kind ans Rampenlicht gewohnt … Es zahlt sich einfach besser aus, wenn ich gelassen bleibe, auf und neben dem Platz. Ich brauche keine zusätzliche Aufmerksamkeit. Ich bin eigentlich fast immer ruhig.»

Dennoch ist es unbestritten, dass John einen wichtigen Einfluss ausübte. «Er hat mich von Anfang an unterstützt, auch als ich mich noch abquälte und werweisste, ob ich es im Profitennis überhaupt schaffen würde», sagt Patrick. «Er war wohl meine grösste Stütze und sagte mir immer wieder, du kannst das, du schaffst das.»

Im Jahr 2000 übernahm Patrick von John als Kapitän des Davis-Cup-Teams, und seine 10-jährige Amtszeit ist bis heute die längste in der amerikanischen Davis-Cup-Geschichte.

Den grössten Erfolg feierte Patrick mit seinem Team in 2007, als die USA im Final Russland schlug und den 32. Davis-Cup-Titel holte, den ersten seit 1995. Seine Führungsqualitäten trugen McEnroe viel Lob ein, vor allem die frühe Förderung der Nachwuchsspieler. Davon profitierte nicht zuletzt Andy Roddick, der in jenem Jahr jedes Entscheidungsspiel gewann und zur Schlüsselfigur des amerikanischen Erfolgs wurde.

Auch beim amerikanischen Tennisverband war Patrick mehrere Jahre lang für die Spielerentwicklung zuständig. Heute ist er Mitgeschäftsführer der John McEnroe Tennis Acadamy in New York und arbeitet nebenbei als Kommentator.

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DIE ZAHLEN SPRECHEN FÜR SICH

Die Top-10-Siege von Enqvist in seiner steilen Karriere: Der erste kam 1995 gegen die Weltnummer 2 Andre Agassi; der 41. gegen Andy Roddick, der damals (2004) ebenfalls die Nummer 2 war.

IN McENROES WORTEN

«Das ganze Ereignis (Laver Cup 2017) war eine der eindrücklichsten Erfahrungen meines Tennislebens. Zuzusehen, wie Borg und mein Bruder da draussen kämpften, wie sie beide die Stärken ins Feld führten, die sie zu Legenden gemacht hatten. Borg ganz ruhig und stoisch, John äusserst feurig. Zwei mit ganz unterschiedlichem Temperament. Es war der perfekte Sturm.»

«Es gibt ein paar grosse Talente unter den jungen Spielern, und sie kommen aus der ganzen Welt. Europa wird immer sehr gut bestückt sein, aber … Wir haben eine fantastische Chance, da zu gewinnen.»

«Ich kenne Chicago gut; es hat eine grossartige Sporttradition und unglaubliche Fans. Es gibt keinen Zweifel daran: Chicago braucht ein Tennisereignis, und der Laver Cup ist perfekt für diese Stadt.»