Captains

BJÖRN BORG

JOHN MCENROE

6. Juni 1956

Geboren

16. Februar 1959
Stockholm, Schweden

Geburtsort

Wiesbaden, Deutschland
Schweden

Nationalität

USA
Rechts (beidhändige Rückhand)

Spielhand

Links (einhändige Rückhand)
1973

Profi Seit

1978
1983

Rücktritt

1992
11

Grand-Slam-Bilanz

7
109

Wochen als Nr. 1

107

BJÖRN BORG Grand-Slam-Einzeltitel

  • 3. Runde Australian Open (Third round 1974)
  • Sieg Roland Garros (1974, 1975, 1978, 1979, 1980, 1981)
  • Sieg Wimbledon (1976, 1977, 1978, 1979, 1980)
  • Final US Open (1976, 1978, 1980, 1981)

JOHN MCENROE Grand-Slam-Einzeltitel

  • Halbfinal Australian Open (1983)
  • Final Roland Garros (1984)
  • Sieg Wimbledon (1981, 1983, 1984)
  • Sieg US Open (1979, 1980, 1981, 1984)

BJÖRN BORG Teamrekorde

Sieg Davis Cup (1975)

JOHN MCENROE Teamrekorde

Sieg Davis Cup (1978, 1979, 1981, 1982, 1992)

DER EISMANN

Wer sich nur darauf konzentriert, was Björn Borg in einer weniger kurzen Karriere alles hätte erreichen können, vergisst, dass er sieben herrliche Jahre lang, von 1974 bis 1981, das Herrentennis dominierte und zu seiner Zeit der erfolgreichste Grand-Slam-Spieler der Open-Ära war. Wer sich ausschliesslich auf Borgs Wirkung zwischen den Grundlinien konzentriert, übersieht den Einfluss, den sein Rock-and-Roll-Nimbus auf den Sport in jener Blütezeit ausübte.

Borg war der ursprüngliche Tennis-Hipster; cool war nicht nur sein Status im Tennis-Olymp, er war auch die coolste Person auf dem Tennisplatz – sein Pokerface trug ihm den Spitznamen «Ice Man» ein. Im taktischen Bereich war der Schwede ein überzeugter Querdenker, ein schnellfüssiger Grundlinienspieler in einer Zeit der Netzspieler, dessen Vorhand und beidhändige Rückhand eine Topspin-Fertigkeit aufwiesen, die damals ihresgleichen suchte. Seine Spieltechnik schuf die Grundlage des modernen Tennis und machte ihn so vielseitig, dass er drei «Channel-Slams» gewann, indem er auf beiden Seiten des Ärmelkanals sowohl in Wimbledon als auch in Roland Garros innerhalb weniger Wochen triumphierte.

Obwohl er nach aussen den Inbegriff von Ruhe verkörperte, hinterliessen der Aufstieg von John McEnroe und die Strapazen eines voll dem Tennis gewidmeten Lebens ihre Spuren. Als er 1980 in einem der besten Grand-Slam-Endspiele seinen fünften Wimbledon-Titel in Serie holte, übermannte ihn weniger der Jubel als die totale Erleichterung.

Es war die erste von vier Grand-Slam-Begegnungen zwischen Borg und McEnroe, und der Amerikaner sollte die nächsten drei gewinnen und dem Schweden dabei zweimal den US-Open-Titel verwehren, den Borg in vier Finalteilnahmen vergeblich suchte. Nach dem letzten verpassten Sieg, in 1981, verliess Borg das Stadion noch vor der Pokalübergabe, sprang in seinen Volvo und brauste davon. Es schien undenkbar, dass er mit nur 25 Jahren am Ende seiner Karriere stehen sollte, aber das US Open war in der Tat sein letzter Auftritt an einem Grand-Slam-Turnier. Borg trat 1983 vom Profi-Tennis zurück, und obwohl er ein paar kurze Comebacks feierte, konnte er nicht mehr an die vormaligen Leistungen anknüpfen.

Dennoch ist sein Erbe unbestritten – er machte Tennis zum Volkssport, vor allem in Schweden. Als Knabe setzte sich Borg zwei Ziele: sein Land im Davis Cup zu vertreten und in Wimbledon auf dem Centre Court zu spielen. Er erreichte beide Ziele, und nicht zu knapp. 1975 verhalf er Schweden zum ersten Davis-Cup-Titel – das erste Siegerland, das nicht Grossbritannien, Frankreich, USA oder Australien hiess.
«Es gibt für einen Tennisspieler nichts Schöneres als zu siegen», sagte Borg einmal. «Es spielt keine Rolle, um wie viel es geht, siegen macht einfach glücklich. Es ist ein wunderschönes Gefühl. Als ob du auf dem Gipfele eines Berges stehst. Es ist wie ein Traum.»“

McENROE ÜBER BORG

„«Er hatte etwas an sich, das unerklärlich war. Ich weiss nicht, was es ist und warum es ist, aber es ist. Manche Leute haben diese unglaubliche, für mich unerklärliche Aura, ohne etwas dafür tun zu müssen. Als ob er in sein Superman-Kostüm geschlüpft wäre.»

– Zitat aus dem HBO-Dokumentarfilm «Fire and Ice»“

89.9

DIE ZAHLEN SPRECHEN FÜR SICH

Borgs Grand-Slam-Match-Bilanz (141:16) ist bis heute in der Open-Ära unerreicht. Kein Spieler hat eine bessere Siegquote in Wimbledon (92.7%) oder eine bessere 5-Satz-Bilanz (88.9%). Dreimal holte er eine Grand-Slam-Trophäe ohne Satzverlust, und in Wimbledon hat niemand sonst 41 Spiele in Serie gewonnen.

IN BORGS WORTEN

«Du musst es selber finden. Niemand findet es für dich.»

«Wenn du Angst hast, zu verlieren, dann traust du dich nicht, zu siegen.»

«Mein stärkster Punkt ist meine Beharrlichkeit. Ich gebe nie ein Spiel auf.»

«Ich wollte gewinnen, selbst im Training.»

«Natürlich habe ich Gefühle und werde emotional oder wütend, aber ich halte das unter Verschluss, weil ich den einen Gedanken nicht loswerde – ich will niemals wieder gesperrt werden.»

SPIEL MIT DEM FEUER

John McEnroe, der New Yorker mit dem berühmten Touch und dem berüchtigten Temperament, ist einer der grössten Naturtalente der Tennisgeschichte. Er war gerade mal 18 und immer noch ein Amateur, als er 1977 in Wimbledon aus der Qualifikationsrunde ins Rampenlicht trat und zum jüngsten Halbfinalisten seit 100 Jahren avancierte, bevor er gegen Landsmann Jimmy Connors verlor.

McEnroe liebte es, nach dem Aufschlag schnellstmöglich ans Netz zu gelangen und den Angriff mit einem Volley abzuschliessen (dass er der letzte Spieler war, der ein Turnier mit einem Holzschläger gewinnen konnte, zeugt davon), aber der Linkshänder konnte auch auf der Grundlinie problemlos mit den Grössten seiner Zeit mithalten. 1979 holte sich «Big Mac» den ersten von vier US-Open-Titeln und in 1981 die erste von drei Wimbledon-Kronen. Allerdings vergab er auch vier Grand-Slam-Siege – nicht zuletzt 1984, im erfolgreichsten Jahr seiner Karriere, als er in Roland Garros einen Zweisatz-Vorsprung gegen Ivan Lendl verpulverte.

Keine Beurteilung von Big Macs Karriere wäre komplett ohne Hinweis auf seine Wutausbrüche auf dem Platz – sein oft gehörter Schrei «You cannot be serious» («Das ist nicht Ihr Ernst») trug ihm 1981 im Erstrundenspiel in Wimbledon eine Punktverluststrafe ein und inspirierte auch den Titel seiner Autobiografie. Selbst im Jahr seiner besten Saisonbilanz (82 Siege gegen 3 Niederlagen in 1984) kassierte er in Stockholm eine dreiwöchige Spielsperre nach einer Schimpftirade auf die Platzrichter, bevor er das Turnier für sich entschied.

Weil McEnroe auch als Doppel-Spieler brillierte und zudem den USA fünf Davis Cup-Titel eintrug, ist er für viele der Inbegriff des Teamplayers in einem Individualistensport. Es war aber weniger seine Fähigkeit, andere zu inspirieren, die ihn zur lebenden Legende machte, als vielmehr seine Fähigkeit, sich selbst zu motivieren.

«Das grösste Kompliment für mich war es, mit einem Künstler verglichen zu werden», sagte er einst. «Ich kann mich mit diesem Solo-Aspekt des Künstlerseins identifizieren. Wenn du voll mit dir alleine bist und versuchst, etwas Grosses zu erreichen.»

BORG ÜBER McENROE

«Wir respektieren uns. Ich respektiere John, er respektiert mich. Als wir unsere ersten drei oder vier Spiele bestritten, fand er, ich sei kein schlechter Kerl. Wir bauten etwas auf im Tennis, etwas Positives. Ich bin sehr glücklich, dass ich Teil davon war. Wir hoben den Tennissport auf ein höheres Niveau.»

im Gespräch mit CNN in 2016

149

DIE ZAHLEN SPRECHEN FÜR SICH

Die Summe der von McEnroe gewonnenen Einzel-Titel (77) und Doppel-Titel (72) ist unerreicht in der Open-Ära. Man kann McEnroes Fähigkeiten im Doppel nicht genug herausstreichen: er war 270 Wochen lang die Nr. 1 im Doppel und gewann neun Grand-Slam-Doppeltitel, sieben davon mit Landsmann Peter Fleming, mit dem er eines der erfolgreichsten Teams aller Zeiten bildete. 1977 gewann er mit Mary Carillo auch seinen ersten Grand-Slam-Titel im Mixed-Doppel in Roland Garros.

IN McENROES WORTEN

«Du musst es selber finden. Niemand findet es für dich.»

«Wenn du Angst hast, zu verlieren, dann traust du dich nicht, zu siegen.»

«Mein stärkster Punkt ist meine Beharrlichkeit. Ich gebe nie ein Spiel auf.»

«Ich wollte gewinnen, selbst im Training.»

«Natürlich habe ich Gefühle und werde emotional oder wütend, aber ich halte das unter Verschluss, weil ich den einen Gedanken nicht loswerde – ich will niemals wieder gesperrt werden.»